{"id":121,"date":"2018-11-26T11:31:01","date_gmt":"2018-11-26T10:31:01","guid":{"rendered":"https:\/\/canditten.de\/?page_id=121"},"modified":"2018-11-27T10:59:50","modified_gmt":"2018-11-27T09:59:50","slug":"geschichte-von-canditten-kandyty-ab-1945","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/canditten.de\/?page_id=121","title":{"rendered":"Geschichte von Canditten\/Kandyty ab 1945"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Die desolate und ungewisse Zeit nach dem 08. Mai 1945<\/h2>\n\n\n\n<p>Der unselige Krieg war zu Ende. Die Einwohner von Canditten waren vor den sowjetrussischen Truppen in Richtung Westen gefl\u00fcchtet oder von diesen erschossen worden. Canditten lag jetzt wie ausgestorben in einer verw\u00fcsteten Landschaft. Im Dorf selbst und auf manchen H\u00f6fen lebten nur noch einzelne Canditter Einwohner. Die meisten davon waren R\u00fcckkehrer von der Flucht im Februar 1945. Das einst so sch\u00f6ne und wirtschaftlich bl\u00fchende Dorf lag brach darnieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Fr\u00fchling und der Sommer 1945 waren in Canditten sehr hei\u00df. Ringsum im Dorf und auf den Abbauh\u00f6fen viele verwesende Leichen von Canditter Einwohnern und deutschen Soldaten sowie Tierkadaver, die von den Canditter begraben bzw. notd\u00fcrftig verscharrt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die paar Rest-Canditter versuchten, sich einige wenige Habseligkeiten zum Leben zu beschaffen und den Haushalt einigerma\u00dfen zu ordnen. Es gab keine Gemeindeverwaltung mehr, kein Gesch\u00e4ft zum Einkaufen, keine Schule, keine Kirche (war zerst\u00f6rt), kein Arzt, keinen elektrischen Strom \u2013 nichts. Alles \u00f6ffentliche Leben war erloschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die als Besatzer im Dorf verbliebenen&nbsp; sowjetrussischen Soldaten hatten das Kommando \u00fcber alles; Pl\u00fcnderungen und Gewalt waren an der Tagesordnung. Die Deutschen mussten f\u00fcr die Russen arbeiten. Viele Deutsche starben an Hunger, Krankheit oder an den Folgen der Misshandlungen durch die Besatzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutschen \u2013 und hier waren es v\u00f6llig unschuldige Canditter Einwohner &#8211; mussten jetzt den Tribut f\u00fcr den katastrophalen Krieg zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber sie gaben die Hoffnung nicht auf. Sie glaubten damals noch an den Verbleib in ihrer Heimat, an eine neue deutsche Verwaltung und an den Aufbau eines funktionierenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens. Doch diese Hoffnung war vergeblich.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d-1024x676.jpg\" alt=\"Als in Canditten die Welt noch in Ordnung war: 7. Schj. 1939\/40\" class=\"wp-image-122\" width=\"512\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d-1024x676.jpg 1024w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d-300x198.jpg 300w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d-768x507.jpg 768w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/8080a7ef5d.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Als in Canditten die Welt noch in Ordnung war: 7. Schj. 1939\/40\n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Die ersten Polen in Canditten Herbst 1945<\/h2>\n\n\n\n<p>Die sowjetrussischen Soldaten zogen im September\/Oktober 1945 aus Canditten ab. Etwa gleichzeitig, also im Herbst 1945, kamen die ersten polnischen \u201eSiedler\u201c nach Canditten. Sie belegten, zum Teil unter Aufsicht der polnischen Miliz, die Wohnh\u00e4user und Bauernh\u00f6fe in Canditten und in den umgebenden D\u00f6rfern. Die neuen Bewohner kamen teilweise aus dem Kernland Polens, aber zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Litauen (Wilna-Polen), Wei\u00dfrussland und der Ukraine, alles Gebiete, wo die polnisch-st\u00e4mmige Bev\u00f6lkerung nicht mehr geduldet war und mehr oder weniger vertrieben wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Canditten wird eine polnische Gemeinde 1946 (jetzt Kandyty)<br><\/h2>\n\n\n\n<p>Am 28. 06. 1946 entstand in Canditten eine polnische Gemeinde mit einer eigenen Kommunalverwaltung. Der erste polnische B\u00fcrgermeister hie\u00df Stanislaw Dasewicz. Die Gemeinde hie\u00df ab jetzt&nbsp;<strong>Kandyty<\/strong>&nbsp;und war Sitz einer Gro\u00dfgemeinde, die auch Augam\/Augamy, Quehnen\/Kiwajny, Sangnitten\/Sagniyty undWorschienen\/Worszyny mit einer Gesamtgr\u00f6\u00dfe von 10.885 ha umfasste.<\/p>\n\n\n\n<p>Im selben Jahr 1946 wurde eine polnische Grundschule eingerichtet. Im Dorf begann wieder so etwas wie Gemeinschaftsleben, allerdings mit einer anderen Sprache und einer anderen Mentalit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige der Rest- Deutschen aus Canditten gingen nach Wildenhoff, um dort auf dem jetzt polnisch verwalteten Gut zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahre 1947 trafen zahlreiche aus dem S\u00fcdosten Polens stammende Ukrainer polnischer Nationalit\u00e4t ein und belegten weitere H\u00e4user und Geh\u00f6fte in Canditten\/Kandyty. Die griechisch-katholischen Ukrainer waren aufgrund der \u201eAktion Weichsel\u201c aus ihrem Heimatgebieten vertrieben worden; vgl. hierzu \u201ePreu\u00dfisch Eylauer Kreisblatt\u201c Nr. 83, Seiten 68 ff.<\/p>\n\n\n\n<p>Im selben Jahr 1947&nbsp; wurde in Canditten\/Kandyty ein kleiner Kindergarten eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die in Canditten wohnenden Deutschen waren nun eine Minderheit in ihrem eigenen Dorf. Das hatte Folgen f\u00fcr ihre Zukunft. Die polnischen Beh\u00f6rden zwangen die Deutschen, die polnische Nationalit\u00e4t per Unterschrift anzunehmen. Falls diese nicht angenommen wurde, drohten die Beh\u00f6rden mit Ausweisung aus dem jetzt polnischen Machtbereich. Einzelne hatten unterschrieben, die allermeisten nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Deutschen, die eine polnische Staatsb\u00fcrgerschaft verweigerten, wurden binnen weniger Tage mit dem LKW nach Heilsberg gebracht, dort in G\u00fcterwaggons gesteckt und unter Milizbewachung mit G\u00fcterz\u00fcgen in die damalige Sowjetische Besatzungszone transportiert. Diese Vertreibungsaktion umfasste die Zeitspanne von 1946 bis 1948. Danach gab es keinen Einwohner mehr mit deutscher Nationalit\u00e4t in Canditten\/Kandyty.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Leben in Canditten\/Kandyty war f\u00fcr die jetzt polnische Bev\u00f6lkerung schwer zu bew\u00e4ltigen. Der richtige Mut und das erforderliche Engagement f\u00fcr den Aufbau einer gut funktionierenden Landwirtschaft und eines florierenden Dorflebens fehlten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das hatte mehrere Gr\u00fcnde: Zum einen war die neu errichtete russische Grenze in unmittelbarer N\u00e4he. Das schreckte die Polen ab. Zum anderen war es die st\u00e4ndige Ungewissheit, ob die Deutschen nun zur\u00fcckkommen oder nicht und somit alle Arbeit umsonst war. Und schlie\u00dflich wurde die polnische Bev\u00f6lkerung vom kommunistischen Machtapparat geleitet und \u00fcberwacht. Das machte \u00e4ngstlich und lie\u00df die Menschen in Lethargie verfallen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 1954 bis 1972 war Canditten\/Kandyty Sitz eines Volksrates.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Besuch_bei_einer_polnischen_Familie_in_Canditten_1977.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Besuch_bei_einer_polnischen_Familie_in_Canditten_1977.jpg\" alt=\"Besuch bei einer polnischen Familie in Canditten 1977\" class=\"wp-image-123\" width=\"482\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Besuch_bei_einer_polnischen_Familie_in_Canditten_1977.jpg 963w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Besuch_bei_einer_polnischen_Familie_in_Canditten_1977-300x216.jpg 300w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Besuch_bei_einer_polnischen_Familie_in_Canditten_1977-768x552.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 482px) 100vw, 482px\" \/><\/a><figcaption>Besuch bei einer polnischen Familie in Canditten 1977\n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In den 60-er Jahren entstand ein Gesundheitszentrum mit einer kleinen Apotheke. Auch einige Ladengesch\u00e4fte und eine Gastwirtschaft wurden betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab etwa 1974 kamen die ersten ehemaligen Canditter aus der Bundesrepublik und besuchten ihr Heimatdorf. Die Auflagen f\u00fcr die deutschen Besucher waren eine Einladung zum Besuch, ein g\u00fcltiges Visum und Anmeldung im Rathaus Landsberg\/Gorowo Ilaweckie. Die ersten zaghaften Kontakte mit den polnischen Einwohnern, die jetzt im Elternhaus der Deutschen wohnten, kamen zustande.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Kommunale Neugliederung im Jahre 1976<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 15. 01. 1976 trat ein neues Kommunalgesetz in Kraft. Die Gemeinde Canditten\/Kandyty wurde ab jetzt in eine Gro\u00dfgemeinde eingegliedert.&nbsp; Diese Gro\u00dfgemeinde umfasste alle Gemeinden und Ortsteile rings um die Stadt Landsberg\/Gorowo Ilaweckie und hie\u00df ab jetzt \u201eGmina Gorowo Ilaweckie\u201c (auf deutsch etwa: Gemeinde Landsberg Land). Das neue Gemeindeamt hatte seinen Sitz in Landsberg\/Gorowo Ilaweckie. Das Dorf Canditten\/Kandyty bekam einen Dorfb\u00fcrgermeister, der dem B\u00fcrgermeister der Gro\u00dfgemeinde \u201eGmina Gorowo Ilaweckie\u201c unterstellt war. Die Gro\u00dfgemeinde \u201eGmina Gorowo Ilaweckie\u201c geh\u00f6rte zur Wojewodschaft Allenstein\/Olsztyn.<\/p>\n\n\n\n<p>Im selben Jahr 1976 wurde ein neues und f\u00fcr die dortigen Verh\u00e4ltnisse zu gro\u00dfes Schulgeb\u00e4ude gebaut (Plattenbau), um die Sch\u00fcler des Dorfes und der umgebenden Ortschaften aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Dorf waren jetzt eine Grundschule, ferner Post, Clubhaus, Bibliothek, Apotheke, Veterin\u00e4rstation, Kindergarten, Restaurant, Bauunternehmen, Schmiede, Sportplatz, Kino, Friedhof, mehrere Gesch\u00e4fte u. v. a. m.<\/p>\n\n\n\n<p>Da die Canditter Kirche durch sowjetrussischen Beschuss im Februar 1945 bis auf die Grundmauern zerst\u00f6rt war, fand der polnische (also katholische) Gottesdienst im ehemaligen Pfarrhaus von Canditten\/Kandyty statt.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Jahren 1980-1981 wurde auf den Grundmauern der alten Kirche eine neue Kirche erbaut, die im Baustil \u00e4hnlich ist wie das bisherige Gotteshaus. Die feierliche Einweihung war 1981.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang der 80-er Jahre fand die erste Busreise der in der Bundesrepublik lebenden Canditter und anderer Landsleute nach Ostpreu\u00dfen und in das Heimatdorf Canditten statt. Landsmann Ortwin Mey hatte die Organisation \u00fcbernommen. Es sollten noch viele weitere Fahrten folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Dorf bekam 1983 eine Stra\u00dfenbeleuchtung. Es hatte jetzt 535 Einwohner.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">5. Die Entwicklung nach der Wende Anfang der 90-er Jahre bis jetzt<\/h2>\n\n\n\n<p>Nach der Wende wurde der kommunistische Machtapparat aufgel\u00f6st. Die Kommunalbeh\u00f6rden wurden neu besetzt. Die Gro\u00dfgemeinde \u201eGmina Gorowo Ilaweckie\u201c und das Dorf Canditten\/Kandyty behielten ihren bisherigen Status.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wechsel vom kommunistischen Staatsapparat zum demokratischen Staatsgef\u00fcge hatte f\u00fcr die Polen in Canditten\/Kandyty Vor- und Nachteile.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachteile waren der ungewohnte Umgang mit der Marktwirtschaft. So gingen die Landwirtschaftlichen Genossenschaften in der Region sowie zahlreiche kleinere (seinerzeit) staatsgelenkte Unternehmen zugrunde und die privaten Bauern hatten gro\u00dfe Probleme mit dem Verkauf ihrer landwirtschaftlichen Produkte. Kurzum: Die in einer Demokratie notwendigen volkswirtschaftlichen Abl\u00e4ufe waren noch gar nicht in Gang gekommen. Es fehlten Geld (das war zu teuer), Genossenschaften f\u00fcr die Bauern, Abnahmestellen f\u00fcr die Landwirtschaftsprodukte, der dazu geh\u00f6rende Handel, Investoren f\u00fcr neue Betriebe \u2013 und es fehlte aufgrund der unmittelbaren Grenzn\u00e4he die Motivation. Viele verlie\u00dfen die hiesigen Ortschaften und versuchten ihr Heil in den St\u00e4dten und Deutschst\u00e4mmige zog es nach Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorteile waren der freie Zugang zu den westlichen L\u00e4ndern und die M\u00f6glichkeit, dort mit Saisonarbeit Geld zu verdienen und den Lebensstandard zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Schulreform in Polen im Jahre 1999 wurden in Canditten\/Kandyty eine 6-z\u00fcgige Grundschule und eine 3-z\u00fcgige Realschule (polnisch Gimnacjum) eingerichtet.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/674428a92a-1024x698.jpg\" alt=\"Die neue B\u00e4ckerei beim Besuch der Canditter Gruppe im Jahre 2000\" class=\"wp-image-124\" width=\"512\" height=\"349\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/674428a92a-1024x698.jpg 1024w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/674428a92a-300x205.jpg 300w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/674428a92a-768x524.jpg 768w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/674428a92a.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><figcaption>Die neue B\u00e4ckerei beim Besuch der Canditter Gruppe im Jahre 2000\n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Im Sommer 1999 erste Kontakte der ehemaligen Canditter mit dem Ortsb\u00fcrgermeister&nbsp; Henryk Baran und dem Rektor des Gimnacjums Kandyty (Realschule), Herrn Jozef Kawa. Im Mai 2000 Busfahrt der Canditter Gruppe nach Canditten\/Kandyty, gemeinsamer \u00f6kumenischer Gottesdienst in der Kirche, anschlie\u00dfend gemeinsames Dorffest mit den polnischen Einwohnern auf dem Schulgel\u00e4nde.<\/p>\n\n\n\n<p>In enger Zusammenarbeit mit dem Schuldirektor Jozef Kawa wurde in den Jahren 2001 und 2002 der ehemalige und bis dahin v\u00f6llig verwahrloste Westfriedhof in Canditten\/Kandyty ges\u00e4ubert und mit polnischen und deutschen Spenden ein Ehrenfriedhof mit Gedenkstein zur Erinnerung an unsere Toten eingerichtet \u2013 ein bemerkenswerter Akt der Ann\u00e4herung und Verst\u00e4ndigung. Die gemeinsame Einweihung fand am 08. 06. 2002 unter Teilnahme einer gro\u00dfen \u00d6ffentlichkeit statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Busreisen der Canditter Gruppe in unser Heimatdorf wurden 2003, 2004, 2006. 2008 und 2010 mit \u00f6kumenischem Gottesdienst und gemeinsamen Dorffesten durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ferner haben \u2013 ebenfalls in Abstimmung mit dem polnischen Schuldirektor Jozef Kawa &#8211; in den Jahren 2001, 2002 und 2005 polnische Sch\u00fcler aus Canditten\/Kandyty eine Ferienfreizeit bei deutschen Gastfamilien verbracht \u2013 eine anerkannt erfolgreiche Aktion f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen den Deutschen und den Polen.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Jahren, etwa seit 1999, sind zahlreiche neue Kontakte der ehemaligen Canditter mit polnischen Privatpersonen in Canditten\/Kandyty entstanden. Auch die Kontakte zum Schuldirektor, zu einzelnen polnischen Lehrern sowie zur B\u00fcrgermeisterin der Gro\u00dfgemeinde, Frau Bozena Olszewska-Switaj, wurden aufgebaut bzw. weiterentwickelt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Einweihung_des_Ehrenfriedhosfs_in_Canditten_08.06.2002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Einweihung_des_Ehrenfriedhosfs_in_Canditten_08.06.2002.jpg\" alt=\"Einweihung des Ehrenfriedhofs in Canditten\/Kandyty am 08. 06. 2002\" class=\"wp-image-125\" width=\"504\" height=\"348\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Einweihung_des_Ehrenfriedhosfs_in_Canditten_08.06.2002.jpg 1008w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Einweihung_des_Ehrenfriedhosfs_in_Canditten_08.06.2002-300x207.jpg 300w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Einweihung_des_Ehrenfriedhosfs_in_Canditten_08.06.2002-768x530.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/a><figcaption>Einweihung des Ehrenfriedhofs in Canditten\/Kandyty am 08. 06. 2002\n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das Dorf hatte im Jahre 2009 genau 611 Einwohner (im Vergleich zu 1939 = 930 Einwohner) und eine Gesamtfl\u00e4che von 1070 ha (im Vergleich zu 1939 = 1.347,80 ha). Im Dorf selbst befinden sich jetzt eine Kirche, zwei Schulen (Grundschule und Realschule), zwei Gesch\u00e4fte, ein Gesundheitszentrum mit Apotheke, eine Transportfirma, ein Catering-Unternehmen, ein Feuerwehrhaus und eine F\u00f6rsterei. Auch ein Landfrauenverein hat sich gegr\u00fcndet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dfgemeinde \u201eGmina Gorowo Ilaweckie\u201c und somit auch die Gemeinde Canditten\/Kandyty geh\u00f6ren jetzt zum Kreis Bartenstein\/Bartoszyce.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Die desolate und ungewisse Zeit nach dem 08. Mai 1945 Der unselige Krieg war zu Ende. Die Einwohner von Canditten waren vor den sowjetrussischen Truppen in Richtung Westen gefl\u00fcchtet oder von diesen erschossen worden. Canditten lag jetzt wie ausgestorben in einer verw\u00fcsteten Landschaft. Im Dorf selbst und auf manchen H\u00f6fen lebten nur noch einzelne &#8230; <a title=\"Geschichte von Canditten\/Kandyty ab 1945\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/canditten.de\/?page_id=121\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Geschichte von Canditten\/Kandyty ab 1945\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-121","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=121"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":441,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/121\/revisions\/441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=121"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}