{"id":102,"date":"2018-11-26T11:18:42","date_gmt":"2018-11-26T10:18:42","guid":{"rendered":"https:\/\/canditten.de\/?page_id=102"},"modified":"2018-11-26T11:23:01","modified_gmt":"2018-11-26T10:23:01","slug":"kirchspiel-canditten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/canditten.de\/?page_id=102","title":{"rendered":"Kirchspiel Canditten"},"content":{"rendered":"\n<p>Die erste Kirche in Canditten d\u00fcrfte wohl kurz nach der Gr\u00fcndung des Dorfes im Jahre 1340 entstanden sein. Es war eine einfache Holzkirche, die jedoch beim Poleneinfall 1414 v\u00f6llig verbrannt, der Pfarrer und sieben Bauern totgeschlagen und das Heilige Sakrament mit F\u00fc\u00dfen getreten wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Folgezeit wurde eine neue Kirche errichtet, die jedoch im Reiterkrieg 1520 erneut gelitten hatte und dann aufgrund der Ver\u00f6dung dieser Region verfiel, so dass sie 1573 abgerissen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der neuen Besiedelung der Stablackgegend wurde auch ein neues Kirchspiel gegr\u00fcndet und im Jahre 1575 eine neue Kirche erbaut. Diese Kirche lie\u00df der Gutsherr von Wildenhoff, Hans Jakob von Waldburg, im Jahre 1749\/50 umbauen, der daf\u00fcr auch das Kirchenpatronat erhielt. Die umgebaute Kirche war ein einfacher Sakralbau mit einem 25 m hohen Turm und einer Welschen Haube, die f\u00fcr diese Gegend ungew\u00f6hnlich war. Dieses Aussehen behielt die Canditter Kirche bis zur Zerst\u00f6rung durch sowjetrussische Truppen im Februar 1945, wo nur noch die Grundmauern \u00fcbrig blieben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Kirche_1922.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Kirche_1922-707x1024.jpg\" alt=\"Die im Baustil seit 1575 in etwa gleich gebliebene Kirche in Canditten. Der Zwiebelturm war in Ostpreussen selten. Ansichtskarte 1922 Otto Neumann\" class=\"wp-image-103\" width=\"354\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Kirche_1922-707x1024.jpg 707w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Kirche_1922-207x300.jpg 207w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Kirche_1922.jpg 746w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/a><figcaption>Die im Baustil seit 1575 in etwa gleich gebliebene Kirche in Canditten. Der Zwiebelturm war in Ostpreussen selten. Ansichtskarte 1922 Otto Neumann<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Glocken der Kirche stammten aus dem 17. Und 18. Jahrhundert und trugen die Wappen und die Inschrift der Patrone von Waldburg und von Schwerin. Die Glocken kamen zwar w\u00e4hrend des 2. Weltkrieges zur Einschmelzung nach Hamburg und lagerten dort im Freihafen. Aber gl\u00fccklicherweise \u00fcberlebte eine der Glocken das Kriegsende. Im Jahre 1952 konnten sie an die evangelische Kirchengemeinde in Gro\u00dfvillars\/Baden-W\u00fcrttemberg \u00fcbergeben werden, wo sie weiterhin ihren Dienst tut.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Kirchspiel Canditten hatte einen recht gro\u00dfen Umfang. Es bestand aus den D\u00f6rfern, Ortsteilen, G\u00fctern und Vorwerken Amalienhof, Augam, Canditten, Garbnicken, Gottesgnade, Gro\u00df Steegen, Kreuzspahn, Liebnicken, M\u00fchle Liebnicken, Quehnen, Rimlack, Sangnitten, Schatzberg, Walschhof, Wildenhoff, Wormen und Worschienen (nach Angaben Horst Schulz).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"282\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/RTEmagicC_Stempelabdruck_der_Kirchen_zu_Canditten_01.jpg\" alt=\"Stempelabdruck der Kirche zu Canditten\" class=\"wp-image-106\"\/><figcaption>Stempelabdruck der Kirche zu Canditten<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die drei letzten und zugleich auch bedeutendsten Pfarrer waren:&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Karl Wilhelm M\u00fcller 1902 \u2013 1912<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Martin Rousselle 1912 \u2013 1936<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Arnold Freyer 1936 \u2013 1945.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer Karl M\u00fcller wurde nach seiner Zeit in Canditten Superintendent&nbsp; von Preu\u00dfisch Eylau.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer Martin Rousselle hatte sich um die Heimatforschung sehr verdient gemacht. So schrieb er u. a. das Werk \u201eWoria\u201c \u00fcber die Landschaft des s\u00fcdlichen Stablacks, die geschichtliche Entwicklung in der Zeit des Deutschen Ritterordens und der Zeit bis etwa 1600.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfarrer Arnold Freyer schlie\u00dflich war nicht nur das Kirchenoberhaupt in Canditten, sondern auch Superintendent des Kirchenbezirks Landsberg. Er hat sich nach dem Krieg intensiv um die Heimatvertriebenen seines Kirchspiels Canditten gek\u00fcmmert, Anschriften gesammelt und bereits seit 1947 j\u00e4hrlich zu Weihnachten den Rundbrief f\u00fcr seine Gemeinde herausgegeben. Er starb 1959 in seinem neuen Wohnort in Bayern.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02-1024x625.jpg\" alt=\"Gruppenbild mit Superintendent Arnold Freyer (vorne ganz links) und einigen Heimat-Gemeindemitgliedern im Jahre 1957\" class=\"wp-image-113\" width=\"512\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02-1024x625.jpg 1024w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02-300x183.jpg 300w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02-768x469.jpg 768w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/0a8e9acb02.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a><figcaption>Gruppenbild mit Superintendent Arnold Freyer (vorne ganz links) und einigen Heimat-Gemeindemitgliedern im Jahre 1957 (Foto Behringer)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Nachdem die Canditter Kirche im Februar 1945 bei den schweren K\u00e4mpfen in jener Gegend vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wurde, lagen die Reste bis zum Jahre 1980 brach und wurden mit Wildwuchs \u00fcberwuchert. Im Jahre 1980 veranlasste der dort t\u00e4tige polnische katholische Pfarrer den Bau einer neuen Kirche auf den Restmauern der bisherigen Kirche in etwa dem gleichen Baustil. Der Turm ist zwar etwas plumper ausgefallen, aber die \u00c4hnlichkeit mit der alten Kirche ist nicht zu verkennen. Die neue Kirche wurde Ende 1981 eingeweiht. Seitdem dient die jetzt katholische Kirche den polnischen Einwohnern als Gotteshaus.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Canditten_Kirche_2010.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Canditten_Kirche_2010.jpg\" alt=\"Die 1981 neu errichtete (jetzt katholische) Kirche\" class=\"wp-image-115\" width=\"355\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Canditten_Kirche_2010.jpg 709w, https:\/\/canditten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Canditten_Kirche_2010-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/a><figcaption>Die 1981 neu errichtete (jetzt katholische) Kirche\n<\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die erste Kirche in Canditten d\u00fcrfte wohl kurz nach der Gr\u00fcndung des Dorfes im Jahre 1340 entstanden sein. Es war eine einfache Holzkirche, die jedoch beim Poleneinfall 1414 v\u00f6llig verbrannt, der Pfarrer und sieben Bauern totgeschlagen und das Heilige Sakrament mit F\u00fc\u00dfen getreten wurden. In der Folgezeit wurde eine neue Kirche errichtet, die jedoch im &#8230; <a title=\"Kirchspiel Canditten\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/canditten.de\/?page_id=102\" aria-label=\"Mehr Informationen \u00fcber Kirchspiel Canditten\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-102","page","type-page","status-publish"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=102"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/102\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":118,"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/102\/revisions\/118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/canditten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}